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Die Zukunft der Mobilität – Eine gesellschaftliche Herausforderung

von Heiko Müller

Die Frage nach der Zukunft der Mobilität beschäftigt viele – Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Stadtplaner, Autobauer, Fahrrad-Hersteller, Sharing-Anbieter. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Mindestens genauso vielfältig sind die Interessen, die dahinterstehen.

Heiko Müller

Mobilität ist einer der entscheidenden Faktoren für die positive Entwicklung moderner Gesellschaften. In den letzten Jahrzehnten sind die Belastungen, die durch unser mobiles Leben entstanden sind, jedoch immer größer geworden. Globalisierung und Urbanisierung bewirken zunehmend Verkehrsprobleme in den Innenstädten sowie hohe Feinstaubbelastung durch Autoabgase. Hat eine solche Mobilität Zukunft? Mobilität ist dann zukunftsfähig, wenn sie nachhaltig, emissionsfrei und insbesondere NOx-reduzierend gedacht ist und den Menschen in seinem Lebensraum in den Mittelpunkt stellt. Das passiert nicht automatisch, sondern vor allem durch neue infrastrukturelle Planungen, die den Menschen beim Umdenken helfen. Eine zentrale Rolle spielte dabei schon immer das Fahrrad. Dass das auch in Zukunft so sein wird, belegen zahlreiche Beispiele schon heute. Ein bedeutendes Beispiel ist Kopenhagen – mit einem Anteil an Fahrradfahrern von über 60 Prozent die fahrradfreundlichste Stadt der Welt. An Kopenhagen lässt sich exemplarisch erkennen, wie die Bedürfnisse der Menschen bei infrastrukturellen Planungen berücksichtigt werden können und dass das Ziel aller Konzepte immer eine gefahrlose Fortbewegung der Menschen in der Stadt sein muss. Eine Voraussetzung dafür ist, dass jeder Verkehrsteilnehmer seinen eigenen Raum hat und sich somit sicher und schnell durch die Stadt bewegen kann.

Mehr Raum für neue Mobilitätsansätze in der Stadt ist nur einer von vielen Bausteinen, um einen gesellschaftlichen Wandel zu erreichen. Auch Konzepte wie nachhaltige Bike-Sharing-Angebote können dazu beitragen, urbane Räume vom Autoverkehr zu entlasten. Ein Vorzeigekonzept, das die Städte von viel Autoverkehr befreit und so die Lebensqualität in der Innenstadt fördert, existiert in der Schweiz. Der Schweizer Anbieter carvelo2go hat ein Verleihsystem für E-Cargo Bikes etabliert und bringt bis zum Ende des Jahres 2019 eine E-Cargo Bike Flotte von über 300 Riese & Müller Packster 60 Modellen auf die Straße. Das System funktioniert dabei ganz einfach. Die Nutzer registrieren sich über die Webseite von carvelo2go und können dort auch direkt ein Bike für einen selbst zu definierenden Zeitraum buchen. Das E-Cargo Bike kann dann bei dem nächsten Bäcker, Café oder auch bei teilnehmenden Einzelhändlern abgeholt werden und für den Einkauf, Transport von Waren oder den Ausflug mit der Familie zum See oder in den Park genutzt werden. Einer der Träger des Sharing-Angebots ist der Schweizer Automobilclub TCS, dessen Mobilitätsakademie sich der Förderung und Entwicklung von zukunftsweisenden und nachhaltigen Mobilitätsformen verschrieben hat. Konzepte wie carvelo2go entlasten die Städte nachweislich, indem sie eine echte Alternative zum Auto darstellen. Weniger Autofahrten bedeuten Klimaverbesserung sowie die Reduzierung von Stau und Parkraumproblemen. Bei Riese & Müller wollen wir aktiv dazu beitragen, neue und nachhaltige Mobilitätskonzepte für urbane Bedürfnisse zu entwickeln, in denen das E-Bike eine zentrale Rolle einnimmt und das Auto weitgehend überflüssig ist.

Auch Unternehmen können dazu beitragen eine neue und nachhaltige Mobilität voranzutreiben. Erhebungen zeigen, dass Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, deutlich weniger krank sind als Kollegen, die mit anderen Verkehrsmitteln anreisen. Über verschiedene Programme können Firmen auf relativ einfache Weise ihren Mitarbeitern die Entscheidung für ein E-Bike erleichtern. Bei Riese & Müller haben wir ein solches Angebot für unsere Mitarbeiter schon sehr lange etabliert. Bereits nach kurzer Zeit konnten wir feststellen, dass viele das zweite Auto in der Familie durch ein E-Cargo Bike ersetzen. Durch die Nutzung wird der dichte Verkehr in Städten deutlich reduziert und damit maßgeblich die Co2-Belastung gesenkt. Unternehmen können durch verschiedene Programme einfache Zugangsmöglichkeiten zu E-Bikes für Mitarbeiter schaffen und so gleichzeitig etwas für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun und das Verkehrsaufkommen deutlich senken. Besonders das E-Bike bietet dabei den Vorteil, auch einen längeren Arbeitsweg stressfrei und komfortabel zu bewältigen. Es liegt also nicht nur an der Politik etwas zu verändern. Die Politik muss jedoch gute Rahmenbedingungen setzen und damit Anreize schaffen, die zu einem Umdenken in der Gesellschaft führen. Hier ist die bereits erwähnte Schaffung einer besseren und sicheren Verkehrsinfrastruktur für Fahrradfahrer von zentraler Bedeutung.